Jugendsozialarbeit
Da es in dieser Broschüre ausschließlich um Angebote der außerschulischen Jugendarbeit geht, aber immer wieder Schnittstellen zu anderen Bereichen der Jugendarbeit bestehen bzw. eine strikte Trennung nicht immer sinnvoll und möglich ist, wird hier ein wesentlicher Bereich des großen Feldes der Jugendwohlfahrt/der Jugendsozialarbeit erwähnt:
Streetwork
Ist die niederschwelligste Form der Jugendsozialarbeit. Sie arbeitet mit den Methoden der Einzelfallhilfe und der Gruppenarbeit. Über den Kontakt, das aufgebaute Vertrauensverhältnis und die Beziehungsarbeit zwischen den Klienten und den StreetworkerInnen werden gemeinsam Zugänge zu vorhandenen Ressourcen gefunden, um die individuellen Lebenslagen der KlientInnen zu verbessern. Streetwork arbeitet somit mit einem ressourcenorientierten und problemorientierten Ansatz. Je nach Bedarf, Situation und Rahmenbedingungen ist Streetwork aufsuchende(2) und nachgehende(3) Jugendsozialarbeit. Prinzipiell ist die Arbeit von Streetwork anonym, parteilich für die Jugendlichen, freiwillig, kostenlos, flexibel, niederschwellig und transparent. Im Sinne der Sprachrohrfunktion hat Streetwork die Aufgabe, Bedürfnisse, Problemlagen sowie mögliche Lösungsansätze vom Klientel auf dessen Wunsch öffentlich aufzuzeigen. Aufgrund der kontinuierlichen Feldbeobachtung hat Streetwork die Kompetenz zu sozial- und jugendpolitischen Themen Stellung zu beziehen.
Mobile Jugend(Sozial)arbeit
Auf Basis des Auftrages, der Zielsetzung und anhand der Zielgruppe gibt es eine Unterscheidung zur bereits oben beschriebenen mobilen Jugendarbeit. Diese fasst die Formen der aufsuchenden und nachgehenden Jugendarbeit zusammen und bedient sich der Methode Streetwork. Im Gegensatz zu Streetwork liegt beispielsweise ein Schwerpunkt der Arbeit auf Gruppenangeboten (Freizeit- & Erlebnispädagogik). Eine Abgrenzung zwischen Streetwork und Mobiler Jugend(sozial)arbeit ist in der Praxis nicht sinnvoll, daher sind beide in der Bundesarbeitsgemeinschaft Streetwork/Mobile Jugendarbeit (BAST) vertreten, die bereits Mindeststandards für die Arbeit entwickelt hat. Im Gegensatz dazu sind Jugendzentren, Jugendclubs etc. als stationäre Formen zu verstehen.
Bundesarbeitsgemeinschaft Streetwork/Mobile Jugendarbeit (BAST)
Vertreter für Region Süd DSA Roland Urban
Tel. 0316/772238
streetwork@caritas-graz.at
(2) bezieht sich auf spezielle Gruppen oder Cliquen von Jugendlichen. Aufsuchende Jugendarbeit geht dorthin, wo die Jugendlichen sind und geht für einen bestimmten Zeitraum mit diesen Jugendlichen mit. Durch die Betreuung einer bestimmten, bereits vorhandenen Gruppe oder Clique ist dieses Angebot nicht für alle Jugendlichen offen, sondern ein geschlossenes Angebot. Aufsuchende Jugendarbeit kann sowohl einen problemorientierten als auch einen ressourcenorientierten Ansatz verfolgen.
(3) bezieht sich auf spezielle Orte, an denen sich Jugendliche aufhalten. Nachgehende Jugendarbeit wird angeboten, wo ein Bedarf vor Ort besteht. Dieses Angebot ist offen, das heißt, das Angebot steht allen Jugendlichen zur Verfügung, die sich an diesem speziellen Ort aufhalten.