Die Schuldenproblematik bei Jugendlichen wächst ständig. Die Ursachen dafür liegen in der Veränderung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen:
- Der Konsumdruck auf die Jugendlichen wächst ständig. Sie sind eine attraktive Zielgruppe für die Produzenten und Dienstleister.
- Mittlerweile sind Jugendliche eine attraktive Zielgruppe für die Kreditwirtschaft.
- Viele Jugendliche stellen sich über den Besitz bestimmter Produkte dar. Sie definieren sich dadurch in ihrem sozialen Kontext.
- Es gibt zuwenig vollwertige Arbeitsplätze für Jugendliche und junge Erwachsene. Das ist eine doppelte Schuldenfalle: einerseits kein Einkommen, andererseits mangelnde soziale Verankerung.
- Zahlreichen Jugendlichen mangelt es an gesellschaftlicher Wertschätzung und/oder sie haben selbst ein mangelndes Selbstwertgefühl, das sie über Konsum kompensieren.
- Die Erziehung zu mündigen Konsumenten in vielen Elternhäusern kommt zu kurz, die Eltern sind oft selbst mit der schnellen Entwicklung überfordert oder/und selbst finanziell „am Ende“.
- In den Schulen werden die Tabuthemen „Geld“ und „Schulden“ nur unzureichend und persönlich distanziert angefasst. Das Unterrichtsprinzip „Konsum- und Wirtschaftserziehung“ würde in diesem Bereich zahlreiche Möglichkeiten schaffen.
Die Schuldnerberatung Steiermark GmbH ist im Bereich Schuldenprävention tätig. Insbesondere wurde unter der Marke „NO BUDGET“ ein Konzept zur Beratung von gefährdeten Jugendlichen im Rahmen eines Netzwerkes entwickelt und mit mehreren Einrichtungen umgesetzt. Im Rahmen der Markeneinführung „NO BUDGET-Tour 2005“ wurden die Themen Geld und Schulden offen angesprochen. Der Entwicklungsschwerpunkt liegt zur Zeit auf Präventionsprodukten im Schulbereich und dem Einsatz neuer Methoden. Die Schuldnerberatung bietet mehrtägige Seminare an, die allen Berater/innen und Betreuer/innen, die mit Jugendlichen arbeiten das notwendige Know-how im Handlungsfeld „Schulden“ vermitteln.