Ausgangssituation - Problemsicht
Österreich ist ein Einwanderungsland. Daraus wurden bis dato aber keine ernst zu nehmenden integrationspolitischen Konsequenzen gezogen. Folgende Probleme für die Möglichkeiten und Grenzen interkultureller Jugendarbeit resultieren daraus:
- Integration wird nicht als wechselseitiger „interkultureller“ Prozess verstanden.
- In Relation zum Bedarf nach interkulturellen, integrationsunterstützenden Angeboten für Migrantenjugendliche bestehen nur völlig unzureichende Ressourcen.
- Interkulturelle Öffnung existiert im öffentlichen Bereich faktisch nicht, sondern lediglich in privaten Einrichtungen.
Leitlinien für Interkulturelle Jugendarbeit
1. Heterogenität:
„Die“ Migrantenjugendlichen als homogene Gruppe existiert nicht. Unterschiede sind bedingt durch Rechtsstatus, Schichtzugehörigkeit, Bildungshintergrund sowie Migrations- und Fluchtbiografie etc.
2. Bedürfnis- und Zielgruppenorientierung:
Ausgangspunkt interkultureller Jugendarbeit hat nach dem vorher Gesagten die außerordentlich differenzierte Bedürfnislage der Migrantenjugendlichen zu sein.
3. Interkulturell-integrative Orientierung:
Auf Basis der Bedürfnisse und der Nachfrage müssen in Kooperation mit den Jugendlichen Angebote im Kontext des jeweiligen Umfeldes entwickelt werden (neben Spezialangeboten auch solche im Sinne der interkulturellen Öffnung)
4. Multiprofessionalität auf muttersprachlicher Basis:
d.h. Ausbildungen im Bereich der Pädagogik, Psychologie u.ä. in Verbindung mit Kenntnissen der (quantitativ) wichtigsten Muttersprachen
5. Offene Jugendarbeit:
Aufgrund der differenzierten Bedürfnislage ist interkulturelle Jugendarbeit offen zu organisieren (aufsuchende Arbeitsweisen, fixe Betreuungs- und Beratungsangebote, Projektarbeit, geschlechtssensible Methoden)
6. Interkulturelles Qualitätsmanagement:
Die angesprochenen Leitlinien für interkulturelle Jugendarbeit müssen integraler Bestandteil interkulturellen Qualitätsmanagements sein.
7. Politische Positionierung:
Interkulturelle Jugendarbeit ernst genommen hat also zuallererst ein entsprechendes politisches Bekenntnis zur Integration.
Fachstelle: