Gewalt und die damit zusammenhängenden Formen von sozialer Ausgrenzung und Benachteiligung sind allgegenwärtig und verursachen individuelles und gesellschaftliches Leid.
Die Gewaltprävention geht von der Annahme aus, das deeskalierende Strategien gegen Gewalt erlernt werden können, weil die Ursachen in den Lern- und Sozialisationsgeschichten – für Mädchen und Burschen unterschiedliche - der Personen, sowie in den politisch-ökonomischen Verhältnissen einer Gesellschaft verortet sind. Wesentlicher Teil einer gewaltpräventiven Arbeit ist die Reflexion und der Blick auf die Geschlechtlichkeit der handelnden Personen, da Mädchen und Burschen andere Realitäten (Erleben und Verhalten...) in Bezug auf gewalttätiges Verhalten ausgesetzt sind.
Vorstellungen von einer „gewalttätigen Natur des Menschen“ oder eines angeborenen destruktiven Triebes bieten hingegen keine Anknüpfungspunkte für gewaltpräventive Arbeit.
Patentrezepte gegen Gewalt existieren freilich nicht. Genauso wenig lassen sich diese schädigenden Handlungsformen auf einer rein individuellen, ausschließlich kognitiven oder auf die pädagogische Interaktion abzielenden Ebenen positiv beeinflussen. Gewalt tritt gewissermaßen als „Geheimsprache“ im sozialen Zusammenhalt in Erscheinung und verfügt immer auch über eine strukturell, soziologisch zu betrachtende Dimension. Die erste zu vermeidende Sackgasse in der Bekämpfung von Gewalt besteht mithin darin, überzogene Vorstellungen der Gewaltprävention oder des Gewaltabbaues zurechtzurücken, um ein vernünftiges Gegenkonzept unter Einbezug aller Beteiligten erstellen zu können.
Folgende Ziele stehen im Mittelpunkt der Gewaltprävention:
- Selbständiges Erkennen von Erscheinungsformen von Gewalt sowie deren Auswirkungen auf individueller und gesellschaftlicher Ebene
- Reflexion persönlicher und erlebter Gewalt- und Ausgrenzungserfahrungen
- Vermittlung von sozialwissenschaftlichen Forschungsergebnissen zur Entstehungsgeschichte und zur Gewaltdynamik
- Entwicklung und Erprobung von Handlungsalternativen gegen Gewalt
Die reflexive Erweiterung von kommunikativen Handlungskompetenzen und eines gewaltfreien bzw. gewaltarmen Verhaltensrepertoires in Situation, wo Gewalt auftritt, bilden den verhaltenspräventiven Teil des Ansatzes.
Fachstellen: