Stadtrat Mag. Dr. Wolfgang Riedler
Ein Gespräch mit Stadtrat Mag. Dr. Wolfgang Riedler
Gesundheitsamt, Kulturamt
Ort: Rathaus, am 10.03.2009
BEREICHE KULTUR UND GESUNDHEIT
Beeinflussen das Leben aller Jugendlichen und Kinder, aller Menschen generell und sind daher mit uns allen verbunden. Die beiden ihm zugeordneten Magistratsabteilungen „Gesundheitsamt“ und „Kulturamt“ sieht Stadtrat Riedler in engem Zusammenhang zueinander, beide beeinflussen sich gegenseitig und darin sieht er auch Chancen für die Zukunft. Hier wünscht sich Stadtrat Riedler emanzipatorische Zugänge, besonders im Kulturbereich, wo eigene Perspektiven und Ideen der Jugendlichen aus Graz grundlegend an der Entwicklung teilhaben sollten.
Suchtprävention ist ein Hauptthema im Bereich Gesundheit bei Jugendlichen, hier setzt der Kulturbereich ebenfalls schon an. Wenn Kinder und Jugendliche damit „beschäftigt“ sind an etwas Kreativen teilzuhaben bzw. mitzuarbeiten, werden sie selbstsicherer und langweilen sich nicht. Damit haben Drogen weniger Chancen.
Der Bereich Gesundheit wird in der Stadt Graz unterschätzt, es gäbe deutlich mehr zu tun.
NEUES PROJEKT: „GESUNDER BEZIRK GRIES“
Ein Projekt initiiert vom Bezirksrat. In 1-2 Jahren Resultate welche Bedürfnisse, was sind Voraussetzungen für ein gesundes Leben. Niederschwellige Angebote um Menschen zu erreichen. Fonds Gesundes Österreich trägt 50% der Kosten, die Stadt Graz ist Trägerin des Projekts.
KULTUR MIT MIGRATIONSHINTERGRUND
In allen großen europäischen Städten/Ländern gibt es starke Impulse von Menschen mit Migrationshintergrund im kulturellen Bereich. Diese Counterparts braucht auch Graz, mehr jugendliche Kulturprojekte, das persönlich Erlebte als kreative Kraft nutzen – als Chance für Graz um aufzubrechen und an ein gesamteuropäisches Maß heranzukommen.
Niederschwellige Angebote, die auf Eigeninitiative abzielen müssen vermehrt werden, Explosiv ist schon jetzt ausgebucht.
Ein Anliegen Stadtrat Riedlers ist ein nichtdeutschsprachiges Theater für Jugendliche mit nichtdeutscher Muttersprache. Für viele ist es einfacher und auch intensiver sich in der eigenen Sprache auszudrücken – dieser Ansatz soll gefördert werden.
JUGEND ALS MOTOR
Graz hat einen Theaterschwerpunkt, wenn aber andere Bedürfnisse erkennbar sind, gibt es sicher auch Möglichkeiten diese umzusetzen. Hier sieht Stadtrat Riedler die Initiative bei der Jugend, die als Motor neue Entwicklungen vorantreiben soll, ihr hierbei Hilfestellungen zu bieten und sie zu unterstützen ist die Aufgabe der Erwachsenen.
KNAPPE RESSOURCEN
Durch die immer prekärer werdende finanzielle Situation sind Ressourcen knapp. Man wird Schwerpunkte darauf setzen in vorhandenen Strukturen Neues einzubinden, aber nicht Neu- oder Ausbau zu finanzieren.
WEITERE SCHRITTE
- Es fehlt eine Jugendgesundheitsstudie für Graz.
- Man benötigt unmittelbare Erfahrungen und Stimmen der Kinder und Jugendlichen als Referenz um sie in eine vernünftige Stadtplanung einzubeziehen – diese kann das Fachstellennetzwerk beisteuern.
- Stadtrat Riedler hat das Fachstellennetzwerk um weitere Inputs in der Kultur- als auch der Gesundheitspolitik gebeten.
- Das Fachstellennetzwerk wird Entwicklungen in den besprochenen Bereichen beobachten, in etwa einem halben Jahr wird es einen neuen Termin geben, wo die Agenda erneut besprochen wird.
Wir bedanken uns für das Gespräch und das Angebot zur weiterführenden Kooperation!